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Wissen über Selen, Fermente und den Wald

Waldboden mit Wurzeln, Moos und Fichtennadeln am Fuß eines Baumes.

Warum Selen im Boden anfängt

Wie viel Selen in Getreide und Gemüse steckt, entscheidet der Boden, auf dem sie wachsen. Ein Blick auf Europas Äcker, nach Finnland und in die Paranuss.

Herkunft · · 3 Min. Lesezeit

von Julia

Wer im Wald zwischen Baumwurzeln steht, sieht nur den kleinsten Teil dessen, was einen Baum ernährt. Das meiste passiert darunter. Bei Selen ist es genauso: Ob ein Weizenkorn, eine Linse oder eine Kartoffel viel oder wenig davon enthält, entscheidet nicht die Pflanze, sondern der Boden, auf dem sie gewachsen ist.

Pflanzen nehmen, was da ist

Pflanzen nehmen Selen über die Wurzeln auf, ähnlich wie andere Mineralstoffe. Anders als wir Menschen sind die meisten Nutzpflanzen aber nicht darauf angewiesen. Sie lagern ein, was der Boden hergibt: Ist viel da, enthalten sie viel, ist wenig da, enthalten sie wenig. Das Bundesinstitut für Risikobewertung fasst es knapp zusammen: Der Selengehalt pflanzlicher Lebensmittel schwankt von Region zu Region.

Weite Teile Europas, auch Deutschland, gelten als selenarm. In anderen Regionen der Welt, etwa in Teilen Nordamerikas, enthalten die Böden deutlich mehr. Ein Brötchen aus heimischem Weizen kann deshalb weniger Selen enthalten als eines aus importiertem Getreide, obwohl beide gleich aussehen und gleich schmecken.

Manche Nüsse enthalten mehr Selen, als der Körper an einem ganzen Tag braucht.

Blick nach oben in die Kronen alter Kiefern im dunstigen Gegenlicht.

Warum wir trotzdem meist genug bekommen

Dass ein Selenmangel in Deutschland trotzdem selten ist, liegt vor allem an tierischen Lebensmitteln. Nutztieren wird Selen häufig über das Futter zugesetzt, und so gelangt es in Fleisch, Eier und Milch. Auch Fisch und Meeresfrüchte sind gute Quellen. Wer sich gemischt ernährt, ist deshalb in der Regel ausreichend versorgt.

Bei rein pflanzlicher Ernährung fällt dieser Umweg weg. Deshalb nennen Fachstellen wie das BfR vegan lebende Menschen als mögliche Risikogruppe für eine zu geringe Zufuhr.

Ein Land düngt mit Selen

Finnland hat aus dem Bodenproblem eine politische Entscheidung gemacht. In den 1970er-Jahren lag die Selenaufnahme dort bei nur etwa 25 Mikrogramm pro Tag, ein sehr niedriger Wert. 1984 beschloss das Land, Mehrnährstoffdüngern Selen zuzusetzen. Seit 1985 enthält fast jeder Dünger, der auf finnische Felder kommt, eine kleine Menge davon.

Die Wirkung ließ sich messen. Der Selengehalt von Getreide, Gemüse, Fleisch und Milch stieg, und mit ihm die Selenkonzentration im Blut der Bevölkerung, in den ersten Jahren um rund 70 Prozent. Finnland war damit lange das einzige Land, das diesen Weg landesweit gegangen ist.

Die Nuss vom Amazonas

Das bekannteste Beispiel für die Macht des Bodens ist die Paranuss. Der Paranussbaum wächst im Amazonasgebiet und reichert Selen aus dem Boden besonders stark an. Wie viel in einer einzelnen Nuss steckt, hängt vom Standort des Baums ab und schwankt enorm. Manche Nüsse enthalten mehr Selen, als der Körper an einem ganzen Tag braucht.

Als verlässliche Selenquelle taugt die Paranuss deshalb nur bedingt. Die EFSA weist ausdrücklich darauf hin, dass Menschen, die regelmäßig Paranüsse essen, die tolerierbare Höchstmenge überschreiten können.

Was das für Sie bedeutet

  • Eine gemischte Ernährung mit Fisch, Eiern, Fleisch oder Milchprodukten deckt den Bedarf in der Regel.
  • Wer sich vegan ernährt, sollte die Selenversorgung im Blick behalten und ärztlich abklären lassen.
  • Paranüsse liefern viel Selen, aber unberechenbar viel. Eine Handvoll jeden Tag ist keine gute Idee.
  • Wer ein Nahrungsergänzungsmittel mit Selen nimmt, sollte Paranüsse und andere Präparate mitrechnen.

Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Stand: Oktober 2026.

Julia

Geschrieben von Julia

Ich schreibe über Selen, Fermente und den Wald, belegt und verständlich. Mehr über mich

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Nahrungsergänzungsmittel. Die angegebene empfohlene tägliche Verzehrmenge darf nicht überschritten werden. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise. Außerhalb der Reichweite von kleinen Kindern lagern.